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Mount Cook / Aoraki

Den Mount Cook zu erleben war mein Ziel.  Selbst die Anfahrt dorthin war schon unbeschreiblich.

Nach meinem Segelausflug über die Alpen verweile ich die Nacht auf dem Campingplatz  Lake Bennmore, der nur wenige Minuten von Omarama erfreut lag. Dort schrieb ich meine Erlebnisse zusammen und vergass dabei das Beifahrerfenster zu schließen. Irgendwann hatte ich dann den Zoo an Mücken und sonstigen Insekten bei mir im Camper 🙁 Gegen 2 Uhr löschte ich dann das Licht, nach dem ich meinen Camper in einen Leichenwagen verwandelt hatte, so wie jemand es sehr betreffend bezeichnet hatte, als ich davon erzählte. Aber an schlafen war nicht zu denken. Plötzlich Geräusche von draußen, die ich noch nicht kannte! Ich hatte eine Vermutung – Possums! Also schnell noch mal Dr. Google gefragt und nach lauten der Tiere gesucht. Tatsächlich, es passte zusammen. Als ob sie einen Auslachen würden. Stirnlampe raus und schauen, ob ich eins zu sehen bekomme, denn es ist „Kuhnacht“ auf schwäbisch gesagt. Ohne Licht sah ich nichts aus meinem Fenster, aber die Geräusche waren da. Also mal Licht an! Stille, rascheln, weg waren sie. Schade:( Also wieder hin gelegt. Wenige Minuten später waren sie wieder da. Dann waren die Nachbarn schneller und hatten mit einer Lampe geleuchtet und schon war es still. Sie mögen wohl kein Licht.

Es war eine kurze Nacht, obwohl ich bis fast bis 7 Uhr geschlafen hatte. Raus aus den Feder hieß es nun, denn ich wollte ja zum Mount Cook.

Route

Die Fahrt über den Highway SH80 ab Pukaki war … mir fehlen die Worte. Man nähert sich diesem riesigen Tal an derem Ende der Mount Cook in seiner Schönheit, Erhabenheit zu sehen ist. Davor liegt der Lake Pukaki, der in einer Farbe da liegt, als ob sich jemand bei der Mischung des Gemäldes sich vertan hätte. Unnatürlich, natürlich. Ich hielt ständig an und kam kaum voran. Ich musste es mir einfach anschauen. Zum Glück waren wenige unterwegs und man konnte oft einfach an der Seite stehen bleiben.

Lake Pukaki mit Mount Cook

Kurz vor Mittag war ich dann endlich im Hooker Valley angekommen. Das hatte ich nun davon, das ich so getrödelt hatte. Ich war natürlich nicht alleine. Aber nun gut. Ich hab mir auf dem gleich angrenzenden Campingplatz einen schönen Platz ergattert mit Blick auf einen Gletscher. Dann hieß es Rucksack packen und los. Den Hooker Valley Track hatten mir Celine und Stephane, die beim Kajakfahren kennen gelernt hatte, empfohlen. Sie waren einen Tag vor mir da und waren nun auf den Weg zum Milford Sound. Bin gespannt, ob wir uns nicht noch mal über den Weg laufen 🙂

Auf zum Mount Cook. Nach der ersten Hängebrücke, die einen kleinen Stau verursachte durch die im Bus angereisten Gäste, wurde es langsam ruhiger auf dem Track. Er ist wunderschön zu laufen und auch ohne große Anstrengungen zu meistern. Überall hängen die Gletscher an den Felswänden herunter und fließen ins Tal. Man konnte sie hören! Es polterte immer wieder, aber man sah nicht wo. Die Gletscher liegen alle hier so niedrig bei teilweise unter 1000m und sind trotz des Rückgangs noch so mächtig.

Nach einer guten Stunde und zwei weitern Hängebrücken erreichte ich dann den Hooker Lake. Eine Traumhafte Kulisse am Fuße des Mount Cook, den man aber bereits recht früh immer vor Augen hatte. Der Hooker Gletscher kalbt in den Hooker Lake und so schwammen hier kleine Eisberge im See und glitzerten im Sonnenlicht. Nach einer guten Stunden begab ich mich auf den Rückweg, denn es war mächtig heiß hier im Tal. Schatten gibt es hier nicht auf Grund der niedrigen Vegetation, die ganz anders ist, wie ich sie bisher gesehen hatte.

Nach einem entspannten Nachmittag im Camper bin ich nach dem Essen noch mal los und bin den Kea Track gelaufen. Ich hatte die Hoffnung der Name ist auch Programm. Ich wurde nicht enttäuscht! Angekommen, da saßen sie auf der Bank und auf den Hinweisschildern und versuchten sie zu zerlegen. Sie hatten keine scheu. Ich näherte mich langsam und einer der Bergpapageien auch! Huch, wer weicht als erstes…. Ich war es! Sowas unerschrockenes hätte ich nicht erwartet. Nachdem der Abstand wieder gegeben war wollte ich es dennoch noch mal wissen. Ich hockte mich hin und er kam wieder direkt auf mich zu gelaufen. Ich machte einen kurze Bewegung nach vorne, dann hielt er an. Puh! Sie sind verspielt und haben irgendwie immer den Schalk im Nacken, wie es so schön heißt. Sie sehen so unscheinbar aus in ihrem grünen Gefieder, aber wenn man den Blick auf das Untergefieder erhaschen kann, wenn sie ihre Flügel öffnen! Ein Organe was seines gleichen sucht. Aber auch das grüne Gefieder hat eine tolle Zeichnung.

Zwei Stunden verweile ich dort und wäre gerne noch länger geblieben. Aber es wurde frisch und ich hatte mich nur mit einer leichten Windjacke bewaffnet.

Für den nächsten Tag war Regen angesagt und ich plante etwas um. Ich beschloß keinen Aufstieg mehr in Richtung Mueller Hut zu machen und fuhr dafür auf die Ostseite ins Tasman Valley um dort eine kurze Wanderung zum Tasman Lake zu machen. Früh raus um früh am Berg zu sein klappte an diesem Morgen wieder gut. Nur wenige Fahrzeuge waren auf dem Parkplatz was mich freute. Ich schnappte meine Kamera und ging los Richtung Lake. 20min und man war da. Traumhaft schön wieder mal. Nur was war mit dem Regen!? Die Wolken wurden immer weniger.

Tasman Lake

Zurück am Camper überprüfte ich noch mal den Wetterbericht. Nichts mehr mit Regen! Also Rucksack gepackt und einen neuen Weg Richtung Ball Shelter ausgewählt. Ich wollte an die Stelle an dem der Tasman Gletscher in den See kalbt. Der Weg verläuft immer entlang des See, erst unterhalb und dann auf der Gletscher-Randmoräne. Der Weg ist vielleicht nicht der schönste, da man überwiegend im Schotter läuft, aber dennoch verspricht er sagenhaft Ausblicke. Zwei mal kletterte ich im unteren Verlauf auf die Randmoräne, um einen Blick auf den See und den Gletscher zu erhaschen. Beim zweiten mal hatte ich Glück und ich war genau am Gletscherbruch. Ich wartet ca. 1 Std. aber es wollte nichts abbrechen. Es knackte ständig, man hörte und sah wie Geröll welches auf dem Gletscher liegt und teilweise im Gletscher verschwand.

Da Wetter war mittlerweile ein Traum und ich beschloß weiter zu laufen bis ich keine Lust mehr hatte oder meine Berghalbschuhe für den Weg nicht mehr geeignet sind.  Nach einer guten Stund kurz vor dem Shelter beschloß ich, das dies der Umkehrpunkt ist. Der Weg war an dieser Stelle stark verschüttet und mein Proviant neigte sich auch dem Ende zu. Vor allem Wasser sollte man hier mit nehmen, denn hier ist es verdammt trocken. Auch wenn ein mächtiger Gletscher da liegt, aber kühle spendet er nicht.

Auf dem Rückweg schaute ich noch mal nach dem Gletscherbruch. Aber wieder kein Glück. So stieg ich ab und stillte am Camper erst einmal Durst und Hunger. Am frühen Nachmittag ging es dann los Richtung Queenstown, wo ich nun bereits bin. Aber das ist eine andere Geschichte.

Bis bald

Gunar

 

 

 

3 Gedanken zu „Mount Cook / Aoraki“

  1. Hallo Gunar❤️
    fantastische Bilder, beeindruckend ??Außerdem scheint dir das Schreiben mittlerweile Spaß zu machen , denn es wird fließend.
    Dir noch schöne Tage ☀️?und unterhalte uns weiterhin so gut .
    Liebe Grüße
    Mami u Papi

    1. Danke! Ja, es macht Spaß, denn man kann die Tage Revue passieren lassen und ich muss es nachher nicht mehrmals erzählen ?
      Grüßle euer Sohn

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