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Über die Ostküste nach Christchurch

Ohne konkrete Ziele und immer der Sonne nach ging es nach Christchurch. Dennoch passierte soviel!

Vom Milford Sound bin am Nachmittag in Richtung Dunedin an die Ostküste gefahren. Irgendwo unterwegs wollte ich mir für die Nacht ein Plätzchen suchen, aber auf einmal war ich schon an der Küste. Wohl noch immer gepuscht von dem schönen Tag, den ich im Milford Sound erlebt hatte.

Die Landschaft zwischen Te Anau und der Ostküste ist sehr landwirtschaftlich geprägt. Schafe, Rinder, Schafe, Ackerbau und wieder Schafe. Für mich die Region mit den meisten Schafen, die ich bisher gesehen hatte. So manche Wiese aus der Ferne betrachtet sah aus wie ein getüpfeltes grünes Kleid mit hellen Punkten. Hier stehen nicht 50 – 100 Schafe auf einem Feld. Es sind hunderte, wenn nicht mehr!

Nun musste ich mich aber ernsthaft um einen Platz zum Übernachten bemühen, denn es wurde langsam dunkel. Ich fand zwei kostenlose direkt am Strand in meiner Rankes App. Der erste, an einem Sportplatz gelegen war sehr schön aber schon zu gut besucht 🙁 Somit auf zum nächsten. Auch dieser war um kurz nach 21 Uhr bereits voll. Dann also auf nach Dunedin, denn da gab es noch was nicht so begehrtes in der Stadt. Ich wollte eh nur noch schlafen. In Dunedin fand ich gleich am Eingang einen freien Platz. Ich stieg nicht mehr mal aus und packte nur alles zusammen, schob mir noch etwas zwischen die Kiefer und ging schlafen. Mehr wollte ich nicht mehr und morgen in aller früh suche ich mir einen schönen Platz zum Frühstücken. Hier nein! Für mich war es nur eine absolute Notlösung.

Am Morgen um kurz nach 6 Uhr fuhr ich gleich los ohne etwas. Nur raus aus der Stadt. Irgendwie bekomme ich den Drang eine Stadt wieder zu verlassen sobald ich sie erreicht habe. So fand ich gegenüber der City im Otago Habour einen einzelnen Platz, der einlud halt zu machen. Beim Frühstück machte ich dann ein paar Pläne für die nächsten Stunden.

Als erstes begann ich die Halbinsel Otago Peninsula zu erkunden, denn an ihrer Spitze gab es Pinguine und Albatrosse zu sehen. Die Küstenstraße, die wirklich unmittelbar am Wasser verläuft, führt an viele kleine Buchten vorbei bis nach Portobello, einem kleinen beschaulichen Ort. Von hier geht es dann langsam hoch an die Spitze, wo der Leuchtturm und das Royal Albatross Centre zu finden sind. Am Royal Albatross Centre angekommen, dachte ich ich bin mal wieder in einen Film. Es passte alles wahrhaftig zusammen. Die Bucht, das Haus und die vielen Vögel. Ja, Alfred Hitchcock die Vögel 🙂 Draußen ein Gekreische von unzähligen Möwen, die auch das ganze Albatross Centre bevölkerten. Sie saßen auf den Geländern und Zäunen irgendwie überall. Dennoch stieg ich aus und suchte mir meinen Weg durch die Hinterlassenschaften der lieben Vögel. Als ich mich dem Gebäude näherte kam plötzlich eine Möwe im Tiefflug von hinten auf mich zu. Holla! Kurz danach eine zweite! Das reichte mir und ich machte kehrt. Sowas hab ich noch nicht erlebt. Ich hatte an der Tasman Bay einen Austernfischer der auf mich los ging, aber das lag daran das er gebrütet hatte.

Royal Albatross Centre

Nun schaute ich mich um, was es denn sonst noch interessantes hier geben könnte und entdeckte eine Aussichtsplattform an der Steilküste. Auch hier war es nicht einfach einen gehbaren Weg zu finden. Die vermeintlich sichere Wiese war nicht sicher 🙂 An der Aussichtsplattform war es aber auch nicht viel besser. Wenigstens gab es aber keine Tiefflieger! Nein, hier gefällt es mir nicht und ich verzichte auf Pinguine und Albatrosse. Auf zum Camper, der sich bereits langsam der Umgebung hinsichtlich Hinterlassenschaften anpasste. Meine Badelatschen verbannte ich in eine Tüte, denn sie sahen nicht mehr wirklich appetitlich aus.

Nun ja, so fuhr ich langsam an der Küste zurück. Dann tauchte zu meiner rechten plötzlich etwas aus dem Wasser auf! Ein Seelöwe … er war am jagen! Ich hielt sofort an und schaut mir das Schauspiel an. Der Kerl ließ sich nicht stören und verspeiste in kurzer Hand zwei Fische in meiner Anwesenheit. Beim zweiten begann er auch noch mit der Beute zu spielen und kam auch immer näher ans Ufer. Es war toll ihn so beobachten zu können.

Nun war es Zeit die Badelatschen sauber zu laufen. Die beiden aus Dunedin, die ich in Glenorchy traf, hatten mir die Tunnel Beach empfohlen. Das ist genau das Richtige. So verließ ich Dunedin über die südlichen Wohnbezirke mit Richtung Steilküste. Die lieben Leute hier im Süden von Dunedin wohnen schon Traumhaft! Eine tolle Sicht auf die Stadt und den Pazifik. Musste einfach ein paar Schlenker durch das Wohngebiet machen.

Dunedin

Die Tunnel Beach ist eine Steilküste aus Sandstein, die von dem Pazifik wunderschön geformt wurde. Wellen schlagen hier mit mächtiger Wucht gegen den Küste, das es jedes mal ein Wahnsinns Schauspiel ist dies zu beobachten. Die eigentliche Bucht läßt sich übrigens nur bei Niedrigwasser über einen kleinen Tunnel erreichen. Ich hatte wieder mal Glück und konnte dort eine Weile verweilen.

Mein am Morgen geschmiedeter Plan sah nun eine Stadtbesichtigung von Dunedin vor, aber irgendwie hatte ich dazu keine Lust mehr und suchte mir einen Ort zum Übernachten heraus, wo man vielleicht auch noch etwas Natur genießen kann. So fand ich den Moeraki Boulder Kiwi Holiday Park in Hampden, der an einem schönen, langen Strand gelegen ist. Der Holiday Park wird übrigens von einem Schweizer betrieben, der seit 10 Jahren hier in Neuseeland lebt. Es ist ein sehr schöner, ruhiger und gepflegter Platz auf dem ich mich wohlgefühlt habe. Der Inhaber gab mir auch noch einige Tipps, was ich hier noch alles machen könnte. So nahm ich zwei Dinge noch war. Als erstes besuchte ich die Moeraki Boulders, eine Ansammlung von fast kugelförmigen Steinen, die nach und nach aus der Küste herausgewaschen werden und langsam zerfallen. Anschließend ging es zum Tiere beobachten an den Katiki Point. Hier sollte ich Pinguine zu sehen bekommen. Und dich hab zwei gesehen. Allerdings so klein aus der Ferne, das ich ohne mein Teleobjektiv sie nie bemerkt hätte. Dafür gab es weitere Seelöwen, die grade vom Fressen zurück kamen und sich ein Ruheplätzchen gesucht haben.

Am nächsten Morgen wollte ich wieder zurück in die Berge. So beschloss ich Richtung Arthur’s Pass zu fahren. Erst an der Küste entlang und dann über die Inland Scenic Route, der SH72.

Kurz hinter Hampden wird die Landschaft extrem Flach und die Straßen frühen lange gerade aus. Selbst mit dem Abbiegen ins Inland wurde es nicht viel besser. 10-15 km nur gerade aus, da würde selbst einem Autopiloten langweilig werden. Die einzige Abwechslung die es gab waren extrem viele alte und wunderschöne Oldtimer, die heute hier unterwegs waren.

Inland Scenic Route SH72

Doch plötzlich  änderte sich die Landschaft schlagartig, wie der Wind der auf einmal einsetzte. Ein extrem heißer Wind von den Bergen. Von weiten sah man schon immer so einen Nebel aufsteigen, den ich aber nicht zuordnen konnte. Nun wusste ich was es war. Kurz hinter Mt. Hutt öffnete sich ein Tal in dem der Rakaia River fließt. Hier war es so trocken und windig, das der fast weiße Sand aus dem Flussbett aufgewirbelt wurde, das er schon von weiten zu sehen war. Hier waren es urplötzlich 28 Grad, wo vorher das Thermometer gerade 20 Grad zeigte!

Nach dem Rakaia River wurde es bald wieder flacher bis es endlich richtig in die Berge ging. Steil aufwärts und die steppenartigen Berge, wo nur noch wenige Bäume zu finden sind und es trocken und heiß ist. Dennoch eine imposante und schöne Gegend. Unterwegs hatte ich mir die Porters Lodge als Unterkunft herausgesucht, die für Camper auch ein paar wenige Plätze anbieten. Die Lodge ist über eine gute Schotterpiste zu erreichen und liegt in einem Wintersportgebiet weit Abseits des Highways. Es waren nur wenige Gäste in der Lodge und so genoss ich die Ruhe und alle Annehmlichkeiten inkl. eines guten Essen hier. Die Camperküche hatte heute geschlossen 😉

Nach einer stürmischen, böigen Nacht ging es am nächsten Morgen zum Castle Hill, einer Steinformation aus Kalkstein, die eher an eine zerfallen Burg erinnert. Anschließend wollte ich zum Arthur’s Pass, wo ich aber nie ankam. Meine Aufmerksamkeit wurde nach wenigen Kilometer auf etwas anderes gelenkt, dem Caves Stream Screnic Reserve. Eine begehbare Höhle, die von einem Gebirgsbach durchströmt wird! Das hatte ich noch nicht! Wieder mal kostenlos vom DoC organisiert und gut dokumentiert.

Da es für mich das erste ma war, wollte ich mich ein paar andern anschließen. Stirnlampe, warme Kleidung nicht aus Wolle, gutes Schuhwerk das nass werden darf und keine Angst vor Dunkelheit und kaltem Wasser. Ich muss sagen, das war eine Riesen Gaudi. Ich hab es gleich zwei mal gemacht, nachdem ich einmal abgetrocknet war. Beim ersten mal mit einer Gruppe und anschließend noch mal alleine. Sowas werde ich wieder machen und ich kann jedem das hier nur empfehlen, der Spaß an sowas hätte. Es sollte nur nicht regnen oder stark geregnet haben. Die Höhle ist ca. 600 m lang und man benötigt ca. 45 min hindurch. Das Wasser ging mir, bei 1,81m Körpergröße und bei niedrigen Wasserstand, bis zur Hüfte. Kletterpassagen sind nur minimal und mit Geduld jederzeit zu meistern. An warmen Tagen kann man gut in Shorts oder Badehose und T-Shirt sowie festem Schuhwerk gehen. Eine gute Stirnlampe ist ein absolutes muss. Ich hatte mir mein Handy als Notlösung für eine Beleuchtung eingepackt, sowie eine dünne lange Jacke, sollte irgend etwas passieren. Alles natürlich gut in einen wasserdichten Beutel verpackt, da es definitiv nass wird da unten 🙂

Nach einem erfülltem Tag ging es am Nachmittag dann nach Duvauchelle, südlich von Christchurch.

3 Gedanken zu „Über die Ostküste nach Christchurch“

  1. Hallo Gunar,
    super Bilder vor allem von der „Seelöwen-Fütterung“.
    Als du in deinem vorigen Blog erwähnt hast, daß du am 30.01. zurückfliegst, bin ich innerlich richtig zusammengezuckt… hab auf meinen Kalender geschaut…
    Wir werden deine tollen Bilder und Reiseberichte sehr vermissen

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