Wer Geduld mitbringt wird hier reichlich beschenkt. So fand ich sogar im Milford Sound etwas, wie einst Bilbo Beutlin den einen Ring fand. Es war nicht aus Gold, es war Platin!
Nachdem ich meine Zelte in Queenstown abgebrochen hatte ging es Richtung Fiordland. Te Anau, am gleichnamigen Lake gelegen, sollte meine Basis für meine nächsten Ausflüge werden. Leider versprach das Wetter nicht wirklich besser zu werden, aber ich wollte geduldig sein.
Mein Campingplatz, der Te Anau Lakeview Kiwi Holiday Park , direkt am See gelegen ist sehr gepflegt und dazu echt preiswert! Ich entschloss gleich zwei Tage zu buchen, da ich damit rechnete einige Regenstunden hier verbringen zu müssen. Am Abend besuchte ich noch die Glowworm Caves von Te Anau. Ein ehemaliger Kollege empfahl sie mir und es ist etwas was man auch gut bei schlechtem Wetter machen konnte. Zum erreichen der Höhle geht es erst einmal von Te Anau mit dem Boot 30 min über den See bevor es nach einer kleinen Einweisung geführt durch die Höhle geht. Die Höhle, die von einem rauschenden Gebirgsbach durchströmt wird, ist absolut alleine schon sehenswert. Hinzu kommen noch die Glühwürmchen, die überall zu sehen sind. Das Highlight war die Fahrt über den unterirdischen See. Kein Licht, absolute Stille und die ganze Höhlendecke voller Glühwürmchen, die teilweise nur 50 cm von einem entfern waren. Fotos durften leider keine gemacht werden, was aber auch verständlich ist. Nach der Führung gab es dann noch eine Präsentation über das Leben der Glühwürmchen. Ich kann diese Besichtigung nur empfehlen.
Am Tag darauf war morgens erst einmal Wäsche waschen angesagt. Das Wetter sollte nämlich erst gegen Abend an meinem Wunschziel besser werden. Der Milford Sound, zwei Stunden von Te Anau entfernt, wollte ich unbedingt sehen und so brach ich erst gegen Mittag auf. Ein weiterer Vorteil versprach ich mir, dass ich gegen den Strom agierte.
Die Straße zum Sound ist traumhaft und wird richtig spektakulär mit dem erreichen der Berge. Trotz das man auf Grund der Wolken wenig sah, so konnte man es doch vieles erahnen. Steile Felswände an allen Seiten und aus den Bergen schoss das Wasser nur so heraus, wie aus einem Kessel voller Löcher. Der Regen trug wohl auch dazu bei, das die Bäche schier überquollen und es überall nur so sprudelte. Am einspurigen Homer Tunnel angekommen empfingen uns Kea’s, die auf den wartenden Autos rumturnten und irgendetwas zum demontieren suchten. Ich wurde Gott sei Dank verschont, da ich relativ schnell Einfahrt in den 1270 m langen Tunnel bekam.
Nur über diesen Tunnel ist es möglich den Milford Sound mit dem Auto zu erreichen. Der Tunnel, oder besser das Felsloch ist kaum beleuchtet und führt nach 100 m bereits steil abwärts, denn irgendwie musste man ja aus 945 m Höhe auf Meeresspiegel Niveau kommen. Am Ausgang des Tunnels hingen die Wolken genauso tief und man sah hier leider auch nicht viel mehr. Aber egal, mein Plan war ja abwarten und Kaffee trinken und auf einen schönen Abend hoffen.
Gegen 18 Uhr dann die ersten Anzeichen, es hörte auf zu regnen und der Wind war plötzlich eingeschlafen. Und siehe da, die ersten blauen Flecken am Himmel waren zu sehen. Also nichts wie raus. Es war zur Zeit Niedrigwasser und man konnte weit in den Sound hineinlaufen, so dass man auch den riesigen Wasserfall unweit des Hafens sehen konnte. Trotz der immer noch tiefen Wolken war es fantastisch hier. Urplötzlich aber verfinsterte sich der Sound wieder und ich musste mich beeilen trocken zum Camper zurück zukommen. Es ging verdammt schnell mit den Wolken und dem Regen. Nun stürmte und regnete es wieder, wie vorher. Aber ich wollte noch mal abwarten, ob nicht doch noch einmal die Wolkendecke aufreißt. Mein Zeitfenster war bis 20 Uhr am Homer Tunnel zu sein, denn dann wird die Ampelsteuerung abgeschaltet und man fährt auf gut Glück hinein. Kritisch würde es nur werden, wenn mir ein Camper oder was größeres entgegen kommen würde. Darauf wollte ich es aber nicht ankommen lassen. Dann, so wie der Regen gekommen war, war er wieder verschwunden. Ein zweiter Anlauf. Leider hielt die Trockenphase nicht lange an und ich brach die Aktion ab. Schade!
Auf dem Rückweg, kurz vor erreichen des Lakes Te Anau, wurde es wieder schöner und ich wurde mit einem tollen Lichtspektakel am Himmel belohnt. Ich studierte bei dem Sonnenuntergang noch mal den Wetterbericht und beschloss noch länger im Fiordland zu bleiben. Das Wetter soll in zwei Tagen besser werden und dann möchte ich einen weiteren Versuch starten.
Am Tag drauf war fast nur Regen, wie angekündigt. Lange schlafen, gut frühstücken und einkaufen war angesagt. Zudem wechselte ich den Campingplatz und wählte den Deer Flat, der deutlich näher lag am Milford Sound. Er ist ohne jeglichen Komfort aber schön eben, viel Platz und mit einer tollen Aussicht auf die Berge des Fiordland. Mein Plan war morgen recht früh im Sound zu sein, um den Sonnenaufgang dort zu erleben damit anschließend noch Zeit für einen schöne Wanderung in den Bergen unweit des Sounds ist.
Am Abend dann die angekündigt die Besserung und so genoss ich noch für kurze Zeit die Berge bevor die Sonne verschwand. Nichts wie Augen zu und freuen auf den morgigen Tag.

Um 4:30 Uhr wurde ich wach und machte mich fertig. Brrr, war das kalt und alles war ein wenig klamm. 4 Grad zeigte das Thermometer! Das Frühstück ließ ich ausfallen, denn ich wollte einfach nur los. Ich war ungeduldig 🙂
Mit jedem Kilometer den ich fuhr lichtete sich der Morgennebel und die Silhouetten der Berge kamen zum Vorschein. Wie schön das war!

Mit ein paar kleinen Zwischenstopps war ich kurz nach 6 Uhr am Homer Tunnel, wo kurz zuvor die Signalanlagen eingeschaltet wurden. Zwei Kea’s machten scheinbar heute am Tunnelportal eine Eingangskontrolle. So wirkte es auf mich, als sie so da saßen. Der eine setzte sich dann auf den linken Außenspiegel und beäugte mich und der andere kontrollierte das Dach, ob auch alles richtig befestigt ist. Sowas wie Satellitenschüssel und Dachluke. Ich hörte ihn nur, wie er oben herumturnte. Dann war es endlich soweit und ich konnte hindurch. Ein wenig erleichtert, denn die Kerle können wirklich Dinge demontieren! Aberwitzig diese Papageien 🙂
Auf der andere Seite sah ich nun die volle Pracht dieser Landschaft. Nein, solch eine Straße bin ich noch nicht gefahren und sowas hab ich auch noch nicht gesehen. Nicht hoch, aber alles extrem steil und schroff. Gletscher und Schneefelder weit herunter. Ich bin nur auf 945 m über Null! Es sprudelte immer noch überall aus den Bergen heraus. Weniger, aber immer noch heftig. Tolle Landschaft!
Nun war ich da, im Milford Sound und keine Wolken. Die Sonne erreichte schon die ersten Bergspitzen und tauchte sie in ein leichtes rot. Außer mir waren nur zwei weiter unerschrockene Frühaufsteher vor Ort und ein paar Austernfischer, die laut meckernd im trocken gefallenen Bereich des Sounds auf und ab liefen. Die Momente dort im Milford Sound waren einfach super schön. Die Stimmung änderte sich mit der aufgehenden Sonne ständig und man wusste nicht wo man hinschauen sollte. Ich habe soviel Bilder gemacht, das ich mich nicht entscheiden konnte welche ich nehmen sollte für euch. Ich weiß es sind zu viele 😉
Nur was war denn das da im Wasser? Es schimmerte silbern und es war etwas eingeprägt. Nein, es war nicht der eine Ring. Es war nur eine Errungenschaft aus dem 20. Jh. Eine verloren gegangene Visa-Platin Kreditkarte eines lettischen Touristen.
Gegen 7:30 Uhr wurde es dann langsam aktiver im Sound. Weiter Gäste kamen, das erste Boot machte sich auf den Weg und auch der erste Hubschrauber landete auf dem kleinen Flugplatz hier. Dann kam ein Kreuzfahrtschiff den Sound herauf bis wenige Meter vor der Flachbereich, wo es dann wenden musste. Für mich war dann Schluß hier, denn man bekam leider die Abgase direkt ab. Für mich bleiben es aber dennoch unbeschreibliche Momente hier im Sound.
Nun hieß es erst einmal frühstücken und dann auf zu meiner Wanderung. Ich hatte mir den Gertrude Sattel heraus gesucht, da er etwas anspruchsvoller und mir einen Blick von oben auf den Sound bescheren sollte.
Kurz hinter dem Homer Tunnel, vom Sound aus kommend, befindet sich der Parkplatz zum Gertrude Sattel. Ein paar wenige waren vor Ort. Das war auch gut so und ich war sogar froh nicht ganz alleine diesen Weg zu gehen, denn er war teilweise etwas ausgesetzter.
Die ersten Kilometer sind völlig harmlos und man geht nur leicht ansteigend das Tal aufwärts in den Kessel. Zweimal wurde für saubere Füße gesorgt, denn die Bäche waren von dem Regen so voll, dass man das Schuhwerk ausziehen musste um auf die andere Seite zu kommen. Im Talkessel angekommen, geht es dann links sehr steil Richtung Sattel. Anfänglich über bewachsene Hänge, dann über Geröll und Schotter bis an den blanken, abgeschliffenen Fels heran. Kurz vor dem Black Lake kommen die ersten Kletterpassagen, die aber mit Stahlseilen gesichert sind. Ab dem Lake sind es dann noch schöne 30 min durch die Felsen zum Sattel. Am Sattel dann wird man von einer sagenhaften Aussicht auf den Milford Sound und die Berge der näheren Umgebung belohnt. Grandios!
Zurück am Parkplatz wurde ich dann von einer jungen Dame des DoC (Department of Conservation) empfangen, die mich um die Teilnahme an einer Umfrage bat. Es war für mich selbstverständlich hier zu unterstützen, denn man muss sagen, die vom DoC geben sich hier sehr, sehr viel Mühe, um den vielen Menschen hier gerecht zu werden. Für alle wird etwas geboten und vieles ist kostenlos und nur über Spenden geregelt. Parkplätze und Toiletten an vielen Wanderwegen und alles super ausgeschildert und auch gepflegt.
Das mit der Kreditkarte ist mittlerweile auch geklärt, nach dem ich einige Versuche gestartet hatte die Onlinebank in Lettland zu erreichen. Die Karte war bereits gesperrt, da sie vor längerer Zeit verloren gegangen war.
So das waren nun meine Erlebnisse im Fiordland. Nun geht es an die Ostküste und dann langsam zurück nach Christchurch, wo mein Flieger mich am 30.01 wieder nach Hause bringen soll.










































Hallo Gunar❤️?,
das sind ja wieder gaaanz tolle Bilder, einfach beeindruckend ?? und wunderschön ?
Bis bald, auf diesem Sender, ???
Liebe Grüße
M u P
Hi Gunar, looking forward to next week 🙂 Greetings from your colleagues